„De hille Tieden“ – Erhalt der Vorpommerschen Fischerteppiche

Schwerpunkte

  • Kulturerbe erhalten
  • Landschaftspflege
  • Lokale Identität stärken

Die Ursprünge des Teppichhandwerks am Greifswalder Bodden lagen Anfang der 1920er Jahre in einem dreijährigen Fangverbot für Hering, dem Brotfisch der küstennahen Kleinfischerei an der Ostsee. Eine rund 5000 Jahre alte Handwerkskunst der Nomadenvölker Persiens wurde hierbei in die Dörfer Freest, Kröslin, Lubmin und Spandowerhagen integriert.  Der Fischerteppich war damit eine kreative Lösung in der Not und ein Wagnis. Er war eine verwegene Idee in diesen Zeiten, aber er ist noch immer ein gültiger Ansatz von Regionalentwicklung, Ausstauch und Generierung von Mehrwert. 

Mittlerweile sind die Vorpommerschen Fischerteppiche materiales und immaterielles Kulturerbe an der vorpommerschen Ostseeküste, speziell im Bereich des Greifswalder Boddens. Heute jedoch, trotz ihrer breiten und überaus positiven Wahrnehmung, steht die Tradition der Fischerteppiche an der Grenze zum Musealen. Das aktive Wissen um Entwurf und Fertigung der Teppiche droht verloren zu gehen.

Unser gemeinnütziges Projekt, eine Initiative von Freunden, schreibt die Geschichte der Vorpommerschen Fischerteppiche jedoch fort. Wir möchten auf regionaler Ebene Schönes erhalten und, darauf aufbauend, Neues entwickeln. Mit lokaler Wolle aus der Landschaftspflege wollen wir Kultur und Handwerk erhalten und ein einmaliges Produkt herstellen. Wir werden die Geschichte der Teppiche erzählen und dabei Werte, Anspruch und Haltung zu unserer Landschaft, Region und dem Leben in dieser weitergeben. Mit seiner internationalen Dimension knüpft das Projekt an hanseatische Traditionen an: gegenseitige Annäherung, regionaler und überregionaler kultureller Ausstauch sowie Entwicklung durch Handel. 


Zurück